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Batteriegesundheit: Zertifizieren lohnt sich

Die Akkus von Elektroautos können sich, auch wenn sie auf dem Papier die gleiche Laufleistung haben, in puncto Batteriegesundheit deutlich unterscheiden. Die gute Nachricht: Erste Systeme, die einen Blick auf die individuelle Batteriegesundheit des Elektroautos werfen, gibt es bereits. Auf Wunsch sogar mit TÜV-Zertifikat und Nachgespräch.

 

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Der Batteriezustand, Neudeutsch State of Health ist beim Elektro-Gebrauchtwagenmarkt DAS entscheidende Kriterium. Zwar liefern auch die Elektroautos selbst Infos über den Zustand ihrer Traktionsbatterie, die sind aber oft derart geschönt, dass damit keine validen Rückschlüsse auf die Lebensdauer und die Leistungsfähigkeit der Batterie möglich ist. Einen nachvollziehbaren und durch unabhängige Dritte verifizierten Battery-Check-Up braucht es also – und viele Prüfinstitute haben sich bereits mit Softwareschmieden zusammengetan, um die ersten Batterie-Check-Up-Lösungen auf den Markt zu bringen. Die Systeme können einfach am OBD-Stecker des Elektroautos angeschlossen werden und liefern, je nach System, innerhalb weniger Stunden bzw. eines Tages, eine Antwort auf die Frage, wie es um die Gesundheit der Batterie bestellt ist.  

Dreh und Angelpunkt des Batteriezustandsberichts ist natürlich die Restkapazität der Batterie. Wer sein Elektroauto mit Zertifikat verkauft, erlöst im Schnitt einige hundert Euro mehr, die Investition lohnt sich also gleich in mehrfacher Hinsicht. Für Flottenkunden, Autohäuser und Co. sind zudem Systeme in der Pipeline, die deutlich schneller funktionieren sollen.

 

Davon hängt die Batteriegesundheit ab

Ein Lithium-Ionen-Akku, ganz egal ob im Smartphone oder im Elektroauto, ist ein empfindliches Bauteil und reagiert beispielsweise empfindlich auf Hitze beziehungsweise Kälte. Schon zehn Grad Abweichung von seiner Wohlfühltemperatur, die im 20-Grad-Bereich liegt, hat mittelfristig enormen Einfluss auf die Batteriegesundheit. Neben der Temperatur hat auch das Ladeverhalten großen Einfluss auf die Batteriegesundheit. Von den traumhaften Schnellladefähigkeiten, die in den Werbeprospekten der Hersteller von Elektrofahrzeugen versprochen werden, sollte man daher nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei der Fahrt in den Urlaub Gebrauch machen.

Um den Fahrzeugakku weiter zu schonen, sollte man sich beim Ladezustand der Batterie stets in einem Korridor zwischen 20 und 80 Prozent bewegen. In diesem Bereich fühlt sich der Fahrzeugakku nachweislich am wohlsten. Liegt der Ladestand darüber beziehungsweise darunter, werden die Akkuzellen sehr stark beansprucht, was sich wiederum in einer schlechter werdenden Batteriegesundheit niederschlägt.

Ebenso Einfluss auf die Batteriegesundheit hat das Fahrverhalten. Analog zum Verbrenner gilt auch beim Elektroauto: Starkes Beschleunigen, insbesondere wenn das Auto noch nicht warmgefahren ist, schadet dem verbauten Akku.

 

7% Unterschied nach wenigen Jahren

All die genannten Punkte haben Einfluss darauf, wieviel Kapazität der verbaute Fahrzeugakku mit der Zeit abbaut (wie das genau funktioniert, erklären wir hier). Schon nach wenigen Jahren im Betrieb zeigt sich, dass es dabei zu enormen Unterschieden hinsichtlich der Akkukapazität kommen kann. Selbst in klimatisch gleichen Gebieten, bei denen der Faktor Temperatur folglich nicht einmal mit einfließt, beträgt der Unterschied teils sieben Prozentpunkte. Klingt zunächst nach einer überschaubar kleinen Zahl, ruft man sich aber vor Augen, dass viele Hersteller mit Versprechen a lá „Garantiert noch mindestens 80% Kapazität nach fünf Jahren“ werben, kann das den Unterschied zwischen einem Garantiefall und keinem Garantiefall bedeuten. Vom Reichweitenverlust einmal ganz zu schweigen.

 

Das Zitronenmarkt-Problem

Die erheblichen Unterschiede bei der Batteriegesundheit von Elektrofahrzeugen haben auch auf den Gebrauchtwagenpreis Auswirkungen. Weil die offensichtlichen Parameter keine eindeutige Auskunft darüber geben können, wie gut in Schuss die Traktionsbatterie tatsächlich noch ist, nehmen potentielle Käufer eines Elektroautos den Worst Case an und sind folglich deutlich weniger zahlungsbereit. Mit anderen Worten: Die Unkenntnis über den Gesundheitszustand der Fahrzeugbatterie kostet bares Geld.

Zwar bieten die meisten Elektroautos die Möglichkeit, sich den Gesundheitszustand der Fahrzeugbatterie direkt im Display auf der Mittelkonsole anzeigen zu lassen, hierbei handelt es sich allerdings um vom Hersteller erhobenen Daten. Bei denen gilt, analog zum ermittelten Durchschnittsverbrauch: Man kann ihnen nicht trauen.

Besser ist es daher, seine Fahrzeugbatterie von einem unabhängigen Dritten überprüfen und idealerweise zertifizieren zu lassen. Die deutschen Prüfinstitute haben solche Batteriezertifikate bereits im Angebot, oder arbeiten derzeit daran.

 

FAQs

Wer braucht ein solches Check-Up-System?

Die Notwendigkeit eines solchen Check Ups ist bekannt und daher verwundert es nicht, dass sich Fahrzeughersteller, Autohäuser und nicht zuletzt auch der TÜV des Problems annehmen.

Was kostet ein Battery-Check-Up?

Die Kosten eines Battery-Check-Ups belaufen sich je nach System und Umfang auf 75-199€.

 

Quellen Beitragsbilder:
Kumpan_electric – Unsplash
Unarchive – Unsplash

 

 

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