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Mit dem Elektroauto in den Urlaub

Sommerzeit ist Urlaubszeit

Besitzer eines Verbrenners bemerken den Beginn der Urlaubszeit an den zuverlässig in die Höhe schnellenden Spritpreisen, Besitzer eines Elektroautos an der ungläubigen Frage ihres Gegenübers, ob man sich das denn wirklich antun wolle, mit dem Elektroauto in den Urlaub zu fahren. Seine wohlverdiente Auszeit irgendwo an der Grenze im Nirgendwo verbringen zu müssen, weil kein Saft mehr im Akku ist, will schließlich niemand – schon gar nicht im Urlaub. 

Die Reichweite als Flaschenhals der Elektromobilität

Die Fahrt in den Urlaub ist eine Art Königsdisziplin, wenn es darum geht, die Alltagstauglichkeit eines Autos zu demonstrieren. Das war schon in den Fünfzigern so, als man mit 25 PS und einem bis zum bersten gefülltem Innenraum, Kind und Kegel über die Alpen bugsieren musste und ist es auch jetzt noch, wenn es darum geht, die letzte Bastion des Verbrenners zu verteidigen: die Reichweite.

Die Reichweite ist der Elefant im Raum, den viele passionierte E-Auto-Fans gerne einmal übersehen, oder in der Diskussion charmant zu umschiffen versuchen. Während Diesel und Benziner nämlich genau so lange laufen, wie ihr Fahrer am Steuer durchhält (von einem möglichen Tankstopp einmal abgesehen), ist man mit dem Elektroauto von der Restkapazität des Akku abhängig – und die ist auf wenige hundert Kilometer beschränkt.

Damit kann man den Weg zur Arbeit zwar ebenso souverän bestreiten wie den Wocheneinkauf, oder die Fahrt zum Sportverein, an seine Grenzen kommt das Elektroauto aber, wenn es auf die Langstrecke geht. Muss man bei der Urlaubsreise mit dem Elektroauto also mit einer mehrtätigen Anfahrtszeit rechnen? Kurzum: Nein, man kommt auch mit dem Elektroauto flott ans Ziel, wenn man ein paar Dinge beachtet.

1. Route planen

Zwar gibt es mittlerweile eine Fülle an Apps, die bei der Suche nach Lademöglichkeiten für das strombetriebene Urlaubsvehikel helfen (eine gute App ist beispielsweise Chargemap), ganz unabhängig von der Qualität der Apps gibt es hier aber derzeit noch einen Haken:

Aktuell benötigt man, um an einer öffentlich zugänglichen Ladesäule Strom zapfen zu können, das entsprechende Equipment. Das ist entweder die App des jeweiligen Ladesäulenbetreibers oder eine spezielle Lade-Karte. Weil man Letztere nicht einfach so während der Fahrt bekommt, sondern bereits im Vorfeld beantragen muss, sollte man sich im Vorfeld mit den auf der Strecke liegenden Ladestationen vertraut machen. So kann man die jeweiligen Ladesäulenbetreiber schnell ausfindig machen und sich, sollte es nötig sein, eine entsprechende Ladekarte besorgen.

Um dem Bezahl-Wirrwarr bei den Ladestationen einen Riegel vorzuschieben, hat die Bundesregierung bereits vor einigen Monaten ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Ladesäulenbetreiber zu mehr Preistransparenz und einer EC-Karten-Bezahlmöglichkeit nötigt, für die Fahrt in den Urlaub mit dem Elektroauto ist das aktuell (und es geht hier schließlich um den Urlaub 2021) aber noch Zukunftsmusik.

Übrigens: Setzt man sich sowieso schon mit der Routenplanung auseinander, ist es sinnvoll, bei der Ladesäulen-Wahl auf sogenannten Schnellladesäulen zu achten. Gemeint sind damit Ladesäulen mit einer Leistung jenseits der 50-Kilowatt-Grenze. Damit wird der Akku deutlich schneller aufgeladen. Innerhalb von 20 Minuten hat man so genug Saft für die nächsten 200 Kilometer im Stromtank.

2. Ladezeit nutzen

Trotz Schnellladestation dauert das Aufladen des Akkus deutlich länger, als das Volltanken eines Verbrenners. Der ist schließlich innerhalb weniger Minuten wieder auf der Strecke und bereit, die nächsten 1.000 Kilometer am Stück abzuspulen. Beim Elektroauto ist man hingegeben dazu genötigt, 20 Minuten und mehr zu pausieren.

In dieser Zeit kann man sich natürlich ins Auto setzen und sich darauf konzentrieren, die Zeit möglichst schnell verstreichen zu lassen. Wirklich sinnvoll ist das aber nicht. Weder lädt das Elektroauto dadurch schneller, noch kann man selbst diese Zeit als gut verbracht verbuchen.

Wer seine Route plant und dementsprechend auch den Aufenthalt an der ein oder anderen Schnellladesäule, der kann seine Pausen allerdings sinnvoll nutzen. Möglichkeiten dafür gibt es viele, von der obligatorischen Tasse Kaffe bis hin zum Besuch einer Sehenswürdigkeit in fußläufiger Nähe. Wichtig ist, die Ladezeit nicht einfach als verlorene Zeit zu sehen, sondern den entschleunigenden Effekt des Elektroautos sinnvoll zu nutzen. Man ist ja schließlich im Urlaub.

3. Augen auf beim Ziel

Der Norden ist der neue Süden – oder so ähnlich. Während in den 50er und 60er Jahren die Italienreise das Maß aller Dinge war, sollte man mit dem Elektroauto besser die Reise in den Norden antreten. Der Grund: Das Ladenetz ist im Norden Europas um ein Vielfaches besser ausgebaut als das im Süden. In ganz Spanien befinden sich beispielsweise nur 5.000 Ladesäulen. Zum Vergleich: Allein in Bayern gibt es 8.412 Ladesäulen. Während der Süden derzeit also noch elektromobiles Brachland ist, kann man als E-Auto-Fahrer einem Urlaub im Norden entspannt entgegen stehen.

Fazit

Mit dem Elektroauto in den Urlaub zu fahren, ist also tatsächlich ein Stück weit anspruchsvoller, als das mit einem Verbrenner der Fall ist. In der Praxis bedeutet das einen kleinen Mehraufwand bei der Routenplanung und den ein oder anderen kleinen Ausflug auf dem Weg zur Wunschdestination. Damit ist zugleich aber auch einer der Vorteile genannt, den die Fahrt in den Urlaub mit dem Elektroauto mit sich bringt: Entschleunigung.

Der Urlaub ist schließlich dazu da, sich zu entspannen. Warum sollte man damit nicht schon auf der Fahrt beginnen? Die eMobile Academy wünscht allen – egal ob elektrisch oder konventionell unterwegs – einen schönen Urlaub.

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