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Neuer Versuch bei öffentlicher Ladeinfrastruktur

BMVI startet neuen Förderaufruf

Das Bundesministerium für Wirtschaft will dem schleppenden Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur einmal mehr auf die Sprünge helfen. Mit der Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ will man sich der Achillesferse der Elektromobilität annehmen, indem die Modernisierung öffentlich zugänglicher Ladesäulen sowie der Ausbau des Netzes gefördert wird. Beschleunigt das den bisher schleppenden Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur?

Viel hilft viel

Das 500 Millionen Euro schwere Förderprogramm ist in verschiedene Förderaufrufe unterteilt. Geplant ist damit ein Zuwachs öffentlicher Ladeinfrastruktur von 50.000 Ladesäulen. Davon will man in einem ersten Aufruf etwa 9.000 Ladepunkte sowie den jeweils dazugehörenden Netzanschluss ins Förderungs-Visier nehmen. Dabei soll über die Hälfte der Kosten vom Bund übernommen werden. Anträge hierfür können ab dem 31. August 2021 gestellt werden. Förderungsberechtigt sind Stadt, Gemeinden, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen.

Gänzlich neu ist die Idee einer Förderrichtlinie nicht, bereits von 2017-2020 gab es ein ähnliches Förderprogramm, das letztlich zum Bau von über 30.000 Ladepunkten geführt hat. 

Nicht nur der Ausbau soll beschleunigt werden

Von der nun ins Leben gerufenen Neuauflage soll aber nicht nur der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangetrieben werden, denn das Wirtschaftsministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass auch bereits bestehende Ladeinfrastruktur unter bestimmten Bedingungen förderfähig ist.

Das erklärte Ziel ist es dabei, auch die älteren Ladesäulen auf einem hohen technischen Niveau zu halten, damit sie für E-Auto-Fahrer auch weiterhin attraktiv bleiben. Genau aus diesem Grund ist die Förderung auch an die Bedingung geknüpft, dass die durchgeführte Modifikation „nachweislich einen Mehrwert aufweisen“ muss.

Ein solcher Mehrwert ist laut Aussage des Ministeriums gegeben, wenn beispielsweise die Ladeleistung auf 100 kW erhöht wird oder die Ladesäulen mit umfassenden Bezahl- und Authentifizierungsmöglichkeiten aufgerüstet werden. Auch, wer seine Ladesäule barrierefrei gestalten will, kann vom Förderprogramm profitieren.

Ziel dieser Bedingungen ist es, bereits bestehende Ladeinfrastruktur mithilfe der Förderung mit einer „höheren Ladeleistung und mehr Ladekomfort“ auszustatten. Dass man sich auf Seiten der Politik mittlerweile nicht mehr nur dem Ausbau der Ladeinfrastruktur widmet, sondern zunehmend auch die bereits bestehende Ladeinfrastruktur in den Fokus der Förderung gerät, liegt laut Johannes Pallasch, dem Sprecher des Leistungsteams der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, auch daran, dass man „die Leistungsfähigkeit dieser Standorte erhöhen“ wolle. Das, so Pallasch weiter, sei ein wichtiger „Hebel im Gesamtsystem Ladeinfrastruktur“.

Die Grenzen der Förderung

Wer hingegen plant die Förderung zu nutzen, um seine Ladesäule damit auf den aktuellen Stand der Gesetze zu bringen (hier gibt es eine aktuelle Version der Ladesäulenverordnung), der hat schlechte Karten: Solcherlei Upgrades sind ausdrücklich von einer Möglichkeit der Förderung ausgeschlossen. Anträge Für den zweiten Förderaufruf können ab dem 9. September 2021 eingereicht werden, 90 Millionen Euro stehen hierfür bereit.

Quelle Beitragsbild: Precious Madubuike – Unslpash

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