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Wallbox: Darauf sollte man achten

_______________________________________________________________________________________________ Update 01.11.2021: Die Mittel zur Wallbox-Förderung sind erschöpft, es können keine Anträge mehr bei der KfW gestellt werden. Sollte sich das ändern, werden wir Sie hier informieren.
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Elektroautos und Wallboxen

Wer angesichts der stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel mit einem Elektroauto liebäugelt, sollte sich auch eine Wallbox installieren lassen. Eine 11-kW-Wallbox wird aktuell von der KfW mit einem Schwellenbetrag von 900 Euro gefördert. Günstige Modelle kann man sich also praktisch umsonst kaufen und montieren lassen. Wie man in den Genuss der Förderung kommt und worauf man beim Wallbox-Kauf achten muss: Wir erklären es.

Worauf man beim Wallbox-Kauf achten sollte

Die richtige Wallbox zu finden ist gar nicht so einfach. Bei der Suche macht nicht nur das große Angebot Probleme, sondern auch das Fachchinesisch, mit dem die Ladestationen für Elektroautos beworben werden. Wir zeigen, auf welche Bezeichnungen man achten sollte, welche Funktionen man braucht – und welche eher weniger.

Vor dem Wallbox-Kauf: Das sollte man beachten:

  • Hausanschluss prüfen. Eine Wallbox zieht Strom ohne Ende – bis zu 22 kW, das entspricht der maximalen Leistung von 10 Haushaltssteckdosen. Man sollte deshalb besser im Vorfeld prüfen, ob der eigene Hausanschluss für dieses Mehr an Leistung überhaupt ausgelegt ist. Als Privatperson ohne anerkannte Ausbildung gilt hier: Finger weg. Das sollte man besser einen Elektriker überlassen. Der stellt auch gleich noch den Antrag auf eine Erhöhung der Anschlussleistung beim Netzbetreiber. Schließlich braucht es auch den, damit man sich eine Wallbox in die Garage stellen kann.
  • Kabelquerschnitt prüfen: Auch wieder eine Aufgabe, die besser der Elektriker übernimmt. Je höher die Stromstärke, desto dicker müssen die Kabel sein – und bei einer stromhungrigen Wallbox ist die bekanntlich besonders groß. Je nach dem für welche Leistungsklasse man sich entscheidet, muss der Kabelquerschnitt für die Wallbox deshalb mehrere Quadratmillimeter betragen. Ist der Kabelquerschnitt der vorhandenen Leitungen zu gering, hilft nur eins: raus damit und durch Dickere ersetzen.

Förderung: Was muss ich bei der Wallbox-Förderung beachten?

Wallboxen werden aktuell von der KfW gefördert – aber längst nicht alle. Hier sind die Förderungskriterien in der Kurzübersicht:

  • die Nennleistung der Wallbox muss 11 kW betragen
  • Der Strom, mit dem die Wallbox gespeist wird, muss zu 100% aus erneuerbaren Energien stammen
  • Die Wallbox muss von einem zertifizierten Fachmann installiert werden. Den findet man beispielsweise hier.
  • Die Wallbox muss über eine intelligente Steuerung des Lademanagements verfügen
  • Die Wallbox muss über einen Fehlerstromschutz verfügen. Der ist in vielen Wallboxen bereits integriert, kann aber auch vom Elektriker nachgerüstet werden
  • Unsicher, ob die Wallbox der Wahl förderungsberechtigt ist? Dann hilft ein Blick in diese Liste der KfW. Darin finden sich alle Wallboxen die aktuell gefördert werden. Die Liste wird laufend aktualisiert.
  • ACHTUNG: Neubauten sind von der Wallbox-Förderung ausgeschlossen, hier muss man abwarten bis die Bau abgeschlossen ist. Dann klappt’s auch mit der Förderung
  • Sockelbetrag 900 Euro: Bei der Wallbox-Förderung der KfW handelt es sich um einen Schwellenbetrag. Das heißt, die Förderung gibts erst, wenn die kumulierten Kosten für die Anschaffung und Installation die 900-Euro-Grenze überschreiten. Wer für seine Wallbox inklusive Installation weniger ausgibt, geht leer aus.
  • Förderung gilt pro Ladepunkt. Eine Wallbox mit zwei Ladepunkten wird also auch mit 2 x 900 Euro gefördert.
  • Das sollte man vor dem Wallbox-Kauf beachten: Wallbox-Installation: To-Do-List:
    Ladestation beim Netzbetreiber anmelden (Achtung: Netzbetreiber ≠ Stromanbieter)
  • Bei einem 22-kW-Modell muss auch das »Datenblatt für Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge« beim Netzbetreiber abgegeben und von diesem genehmigt werden.

Checkliste zum Wallbox-Kauf

Leistung

Der Wallbox-Markt wird aktuell von zwei Leistungs-Klassen dominiert: 11 und 22 kW-Varianten stehen hier zur Auswahl. Beim Preis unterscheiden sich die beiden Varianten nur wenig, 22-kW-Modelle kosten oft keine 100 Euro Aufpreis. Also direkt zur leistungsstärkeren Variante greifen?
Jein. Aktuell braucht man eine solch leistungsstarke Wallbox nicht. Nur sehr wenige Elektroautos haben überhaupt einen On-Board-Charger, der mit der enorm hohen Leistung einer 22-kW-Wallbox überhaupt zurechtkommt. Die KfW-Förderung gibt es auch nur dann, wenn die 22-kW-Wallbox vom Elektriker auf 11 kW gedrosselt wird.
Und noch ein Nachteil der 22-kW-Variante: man muss sie in jedem Fall vom Netzbetreiber genehmigen lassen. Das ist mehr Aufwand und ob man das leistungsstarke Modell überhaupt genehmigt bekommt, ist längst noch nicht ausgemacht.

Stecker

Hierzu gibt es nicht viel zu sagen. Der Typ-2-Ladestecker hat sich inzwischen durchgesetzt und kaum mehr jemand benutzt einen anderen Steckertyp. Wer sich trotzdem unsicher ist: hier findet man die beiden Steckerprofile im Vergleich.

Zugangskontrolle

Besitzer einer eigenen Garage brauchen sich hierüber keine Gedanken machen, alle anderen sollten beim auf das „RFID“-Kürzel achten. Damit spendiert die Wallbox nur dann Strom, wenn sie zuvor durch eine entsprechende Karte (RFID-Karte) freigeschaltet wurde.

Lastmanagement

Das Lastmanagement ist vor allem dann interessant, wenn mehrere Wallboxen unter ein und demselben Dach genutzt werden sollen. Die verbauten Zuleitungen für den Strom sind in der Regel nämlich nicht für eine solche Belastung ausgelegt. Um eine Überlastung der elektrischen Infrastruktur zu vermeiden, kommuniziert das Lastmanagement mit den einzelnen Wallboxen und gibt ihnen vor, welche wieviel Strom zu welcher Zeit „ziehen darf“.

ABL, Vestel und Co. – welches Lastmanagement brauche ich?

Viele Hersteller bieten inzwischen ihr eigenes Lastmanagementsystem an. Für den Kunden hat das den Vorteil, dass sich die Wallboxen leicht miteinander verbinden lassen und so recht unkompliziert ein eigenes kleines Lastmanagementsystem in Betrieb genommen werden kann.

Die Sache hat aber auch einen Haken: Dadurch, dass hier jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht, ist man im System des jeweiligen Anbieters „gefangen“.

Will man in der Hausgemeinschaft in ein paar Jahren eine weitere Wallbox installieren und den Hersteller der anderen, miteinander über das herstellerspezifische Lastmanagement kommunizierenden Wallboxen gibt es nicht mehr, hat man ein Problem.

Besser (aber auch komplizierter) ist deshalb das OCPP-Protokoll. Die Abkürzung OCPP steht für Open Charge Point Protocol. Dabei handelt es sich um standardisiertes und offenes Protokoll, mit dessen Hilfe Zentralsystem und Ladestation miteinander kommunizieren können. Idealerweise verfügt die Wallbox über die Version 1.6 oder höher.
Übrigens: Im Netzgebiet Hamburg ist das OCPP-Protokoll bereits Pflichtstandard.

Wer nun mit einer Wallbox liebäugelt, die das OCPP-Protokoll beherrscht, sollte zudem darauf achten, dass es sich hierbei um (mindestens) die Version 1.6 handelt.

Abrechnungssystem

Wer vom Arbeitgeber ein Elektroauto oder ein Hybridauto bekommt und seinen Firmenwagen nun zuhause laden will, hat ein kleines Problem: Wie soll man dem Arbeitgeber eine Rechnung für den zuhause geladenen Strom aushändigen? Eine Quittung von der Tankstelle ist da schon deutlich einfacher – oder?
Wer ein Elektroauto vom Arbeitgeber bekommt und sich im Zuge dessen eine Wallbox anschaffen will, sollte darauf achten, dass diese einen integrierten MID-Zähler besitzt. Damit kann der zuhause gezapfte Strom für den Firmenwagen rechtssicher abgerechnet und dem Arbeitgeber in Rechnung gestellt werden.

Zu guter Letzt noch ein ganz allgemeiner Rat, der da heißt: Weniger ist mehr. Bei der Wallbox ist es, wie mit vielen anderen Alltagsgegenständen auch: am besten ist es, wenn sie einfach und zuverlässig ihren Dienst verrichten. Und das klappt nun einmal am besten, wenn man keinen unnützen Firlefanz kauft, sondern eben nur das, was man wirklich braucht. Zudem sollte man besser eine Wallbox kaufen, die aus hochwertigen Komponenten besteht, die sich einfach austauschen lassen und durch eine lange Haltbarkeit glänzen. Hersteller wie ABL, Vestel, Schneider Electrics und Keba haben sich hier in den letzten Jahren einen guten Ruf erarbeitet.

Welche Wallbox die richtige ist, ist also in erster Linie eine Frage des Ladetyps. Eine Auswahl ein interessanten, förderfähigen Wallboxen gibt es übrigens hier.

Quelle Beitragsbild: Myenergi – Unsplash

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