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Wandel und Chance der Zulieferer-Branche

Zulieferer auf dem Vormarsch

Die IAA ist zu Ende, was bleibt ist das Versprechen vieler Fahrzeughersteller, dass dem Elektroauto die Zukunft gehört. Öffentlichkeitswirksam haben Mercedes und Co. ihre elektrifizierten Neuheiten vorgestellt und den Beginn einer CO2-freien Zukunft ausgelobt. Neben den Fahrzeugherstellern sind es bei der erstmals in München aufgelegten Fahrzeugmesse die Zulieferer, denen viel Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ein Blick auf die Entwicklung der Elektromobilität macht deutlich woran das liegt.

Zulieferer – die Hidden Champions der IAA

Während bei den vorhergehenden IAAs die Zulieferer eher stiefmütterlich behandelt wurden und lange nicht mit dem Glamour mithalten konnten, der bei den Hallen der großen Autohersteller und ihren auf Hochglanz polierten Neuwagen vorherrschte, hat sich das Bild mit der IAA 2021, die ja ganz im Zeichen der Elektromobilität stand, drastisch gewandelt.

Der IAA-Auftritt von Schäffler, Bosch und Continental macht deutlich: Die Zulieferer der großen Fahrzeughersteller sind längst nicht mehr nur irgendwie dabei – sondern mittendrin im Wandel der Auto-Branche und nicht selten eine der treibenden Kräfte.

Gerade die Zulieferer scheinen das Potential des Elektroantriebs erkannt zu haben und infolge dessen vom elektromobilen Wandel profitieren zu wollen. Bestes Beispiel hierfür ist der Zulieferer-Gigant Bosch. Dort hat man in den letzten Jahren viel Geld in die Erforschung alternativer Antriebsformen investiert und ist jetzt hervorragend aufgestellt. Doch längst nicht alle Zulieferer haben ihre Hausaufgaben so ordentlich gemacht wie Bosch.

Auslese in der Zulieferer-Branche

Das liegt zum einen an den engen Daumenschrauben, die so mancher Zulieferer von den großen Autokonzernen angezogen bekommen hat und unter denen es kaum möglich war, vernünftige Forschungsarbeit zu betreiben. Zum anderen aber liegt es auch schlicht an der fehlenden Investitionsbereitschaft so manchen Zulieferers. Wer in der Vergangenheit Zylinderköpfe und Einspritzdüsen hergestellt hat, konnte sich über satte Gewinne freuen, droht nun aber den Anschluss zu verlieren.

Die Entwicklung ist auch der Bundesregierung nicht verborgen geblieben. In einem kürzlich präsentierten Hilfsprogramm will sie die Zulieferer deshalb zusätzlich mit einer Milliarde Euro unterstützen.

Dabei ist das, was sich gerade auf dem Markt der Zulieferer abspielt nichts anderes als ein Selektionsprozess und damit fraglich, ob sich die staatliche Unterstützung in diesem Fall lohnt, schließlich steht die Branche unterm Strich besser da, als man beim Lesen dieser Zeilen vermuten würde.

Studie bescheinigt den meisten Zulieferern erfolgreichen Wandel

Wie die Studie des VDA und des Beratungsunternehmens Deloitte ergeben hat, befindet sich weit über die Hälfte der Zulieferer bereits mitten im Wandel. Mehr als 60 Prozent haben bereits einen Großteil des Weges hinter sich gebracht.

Die Milliardeninvestitionen wie beispielsweise der von ZF vorgestellte modulare Antriebsstrang machen deutlich, dass in Zukunft so mancher Zulieferer ein deutlich größeres Stück vom Kuchen für sich beansprucht – und das zurecht, denn mit dem Forschungsaufwand ist auch die Kompetenz so manchen Zulieferers deutlich erweitert worden. Umgekehrt werden die Autohersteller immer weiter an Kompetenzen einbüßen und sind auch deshalb gerade eifrig dabei ihre davonschwimmenden Felle beispielsweise mit Anteilen an der Batterieproduktion zu sichern.

Diese Emanzipation der Zulieferer war längst überfällig, erinnert sei beispielsweise an der berühmten „Würger von Wolfsburg“, der in den 90ern zunehmend damit begonnen hatte, sie immer weiter im Preis zu drücken. Das Ergebnis war eine deutlich verminderte Qualität sowie eine gewisse Abhängigkeit gegenüber den Autoherstellern.
Die auf der IAA vorgestellten Projekte stimmen jedenfalls positiv, dass sich die Zulieferer mit ihren neu aufgebauten Kompetenzen nicht mehr so leicht von den Fahrzeugherstellern ausnehmen lassen.


Quelle Beitragsbild: ZF Presseportal

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