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Zulassungszahlen von Elektroautos steigen weiter

Elektroautos in ganz Europa auf dem Vormarsch

Die Kräfteverhältnisse auf dem PKW-Markt verschieben sich zunehmend, alternative Antriebe sind auf dem Vormarsch. Innerhalb eines Jahres haben sich deren Zulassungszahlen europaweit von 3,5 auf 7,5 Prozent mehr als verdoppelt. Umgekehrt ist der Anteil reiner Verbrenner innerhalb eines Jahres von rund 80 auf 62 Prozent eingebrochen. Bahn frei für den Elektroantrieb also? Nicht ganz, denn es gibt nach wie vor einige Hürden, die den flächendeckenden Einsatz des Elektromotors erschweren.

Norden Europas vollzieht den Wandel besonders schnell

Verantwortlich für die starken Wachstumsraten der alternativen Antriebe ist in erster Linie nicht die Überlegenheit des Elektromotors, sondern sie sind auf die umfangreichen und unkomplizierten Förderprogramme der europäischen Staaten zurückzuführen, die sich damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz versprechen. Allen voran sind es die reichen Länder im Norden Europas, die den Löwenanteil an den hohen Wachstumsraten im alternativen Antriebssektor ausmachen. Auch Deutschland gehört dazu.

Öffentliche Ladeinfrastruktur hinkt hinterher

Der schöne Schein der Zulassungen sollte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass es hier noch viel zu tun gibt. Längst nicht alle Förderprogramme funktionieren so gut, wie es die Quoten von Elektro- und Hybrid-Autos vermuten lassen. Um zu sehen, wie es bei Förderungen nicht laufen sollte, reicht ein Blick auf den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Von den für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur bereits genehmigten Fördermitteln in Höhe von 246 Millionen Euro sind bis Juli 2021 etwa 30 Millionen ausbezahlt worden.

Ein Ungleichgewicht, an dem vor allem die langsam mahlenden Mühlen der deutschen Bürokratie ihren Anteil haben. Zwischen sechs und zwölf Monaten dauert es, bis Förder-Anträge für den Ladesäulen-Ausbau bewilligt sind. Im Boom-Sektor Elektromobilität eine Ewigkeit. Welche Hürden es in diesem Zusammenhang noch zu nehmen gibt, haben wir bereits hier zusammengefasst.

Unternehmen verzichten freiwillig auf Förderung

Branchengrößen wir Aral oder EnBW haben sich deshalb dazu entschlossen, bei einem Teil ihrer geplanten beziehungsweise bereits im Bau befindlichen Ladesäulen, ganz auf Förderungen zu verzichten. Damit kommt man auf Seiten der Ladesäulenbetreiber zwar nicht in den Genuss fünfstelliger Förder-Beträge, man erkauft sich damit aber auch eine gewisse Planungssicherheit sowie einen verzögerungsfreien Ausbau der Ladesäulen.

Wenn Unternehmen lieber auf die Förderung verzichten, als in die Mühlen der deutschen Bürokratie zu geraten, dann muss man sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Mühlen stellen.

Aktuell sieht es so aus, als bremse der bürokratische Flaschenhals den Elektroauto-Boom ein Stück weit aus. Der Sprecher des Leitungsteams der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, Johannes Pallasch, sieht die Verwaltung daher in der Pflicht, mit der „Dynamik der Mobilitätswende“ Schritt zu halten. Vor allem Netzbetreiber und Kommunen haben hier enormen Nachholbedarf.

Weitere Maßnahmen geplant

Das wachsende Ungleichgewicht zwischen Elektroautos und verfügbaren, frei zugänglichen Ladesäulen, ist dem Bund nicht neu. Auf Seiten der Regierung plant man deshalb, dem stagnierenden Ladesäulenausbau mit einer weiteren 500 Millionen Euro schweren Förderprogramm entgegenzusteuern.

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