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THG-Quote 2023 – Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Wie der Umweltbonus ist auch die Höhe der THG-Quoten Prämie in 2023 von Änderungen betroffen. So sinkt allgemein die auszahlbare Prämie. Doch woran liegt das?

Zuerst möchte ich darüber aufklären, was die THG-Quote überhaupt ist.

Artikel verfasst von Timo Kauffmann, Berater E-Mobilität und alternative Antriebe

Was ist die THG-Quote?

Die Abkürzung „THG“ steht für Treibhausgasminderungsquote. Unternehmen, welche CO2 ausstoßende Kraftstoffe verkaufen, müssen die entstehenden Treibhausgase kompensieren. Die THG-Quote regelt, welche Mengen an CO2 von diesen Kraftstoffen ausgestoßen werden dürfen. Dabei steigen die Vorgaben jedes Jahr und zwingen die Mineralölunternehmen dazu, Ihre CO2-Emissionen zu senken. Die Mineralölwirtschaft soll mit der Quote motiviert werden, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen.

Was soll die THG-Quote bewirken?

Die THG-Quote soll dazu beitragen, die Klimaziele im Verkehrssektor in Deutschland zu erreichen. Im Mai 2021 wurde ein Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote beschlossen.

Konkret bedeutet dies: Die Quote steigt von sechs Prozent bis zum Jahr 2030 auf 25 Prozent an. Davon profitieren auch private Autofahrer und Unternehmen.

Dabei hat die Quote folgende Ziele:

  1. Senkung des Verkehrsaufkommens
  2. Verteilung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Transportmittel
  3. Übergang zu umweltfreundlichere Antriebstechnologien beschleunigen

 

Bei Nichterfüllung der Quote von quotenverpflichteten Unternehmen sind Strafzahlungen fällig. Diese Strafzahlungen wurden von 470 auf 600 € pro Tonne CO2 angehoben.

CO2 steigt auf bei der Gewinnung von Energie durch Öl.

Was hat die THG-Quote mit Elektroautos zu tun?

Die Mineralölunternehmen (quotenverpflichtete Unternehmen) haben zwei Möglichkeiten die THG-Vorgaben einzuhalten.

  1. Eigenständige Senkung ihrer CO2-Emissionen.
    Beispielsweise durch Verkauf von emissionsärmeren Kraftstoffen oder Reduzierung ihres Verkaufs.
  2. THG-Quoten von Dritten kaufen.

 

Genau an dem zweiten Punkt kommen die Elektroautos und sogar Ladesäulenbetreiber ins Spiel.

Seit 2019 verfügt jeder Halter, egal ob Privatperson oder Unternehmen, eines E-Autos über eine THG-Quote. Diese THG-Quote kann jedes Jahr aufs Neue an quotenverpflichtete Unternehmen verkauft werden. Plug-In- oder Hybrid-Fahrzeuge sind dabei nicht antragsberechtigt. Die Höhe der Prämie für die verkaufte THG-Quote variiert dabei je Plattform. Vergleichen Sie daher die Anbieter, um die bestmögliche Prämie für Sie herauszuholen.

Untenstehend finden Sie den Wert der THG-Quote. Dieser wurde bei E-Autos pauschal nach Fahrzeugklassen kategorisiert.

Tabelle für die THG-Quote abhängig von der Fahrzeugklasse.
Ein Mann steht an der Ladesäule und tankt sein Elektroauto.

Kann man die THG-Quote für den geladenen Strom verkaufen?

Seit Januar 2022 können Betreiber von Ladepunkten die THG-Quote für die geladene Strommenge verkaufen. Das gilt für Privatpersonen und Unternehmen. Um die THG-Quote für Ladepunkte verkaufen zu können müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.

So muss der Ladepunkt (halb-)öffentlich sein.
Auf der Seite der Bundesnetzagentur gibt es klare Angaben was unter „öffentlich“ aufgefasst wird. Da sich bei Privatpersonen der Ladepunkt (Wallbox) häufig in Carports, Garagen oder auf privaten Stellflächen befindet ist der Ladepunkt nicht öffentlich zugänglich.
Die Höhe der Prämie basiert auf der verladenen und gezählten Strommenge. Die Zählung der verladenen Strommenge muss dabei mindestens mit einem MID-konformen Zähler erfolgt sein.

Die Prämie pro geladene kWh bewegt sich dabei zwischen 10-20 Cent pro kWh (bei einem Quotenpreis zwischen 250 und 500 € pro Tonne CO2).

Warum sinkt die THG-Prämie in 2023?

Die Anforderungen an die Emissionsquoten für Mineralölunternehmen erhöhen sich jedes Jahr, jedoch wird der Emissionsfaktor auf Basis des Wertes von vor zwei Jahren berechnet. Dies bedeutet, dass der Emissionsfaktor auf Basis des Jahres 2021 berechnet wird, in dem die Stromproduktion noch einen hohen Anteil an fossilen Energieträgern hatte.

Das bedeutet, dass Mineralölunternehmen im Jahr 2023 mehr Emissionen als 2022 ausstoßen dürfen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Unternehmen weniger Zertifikate zukaufen müssen.

Daher sinkt die Höhe der THG-Prämie in 2023.

Wie kann man die THG-Quote verkaufen?

In der Praxis ist es nicht möglich, die THG-Quote direkt zu verkaufen, da es für die Mineralölkonzerne zu aufwendig wäre, mehrere einzelne Quoten zu kaufen.
Daher bündeln spezielle Anbieter die Quoten zu Paketen und vermarkten diese weiter.

Die Zahl dieser Anbieter wächst stetig, hier ist es wichtig, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) auf eine Auszahlgarantie der THG-Prämie zu achten. Auch die Vermarktungsdauer sollte beachtet werden. Einige Anbieter bieten zwar hohe Prämien, jedoch nur bei langfristiger Bindung.

Auch in unserem Beraternetzwerk finden sich Berater:innen, welche die Vermarktung Ihrer THG-Quote für Sie oder Ihr Unternehmen übernehmen.

FAQs

Untenstehend finden Sie Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen zur THG-Quote.

Die THG-Quote ist ein nützliches Mittel um die Treibhausgasemissionen von Deutschland zu reduzieren und den Wandel auf emissionsärmere oder emissionsfreie Mittel im Verkehrssektor zu beschleunigen.

Die Prämie für die THG-Quote schwankt je nach Anbieter. Eine realistische Prämie für die THG-Quote für ein Elektroauto im Jahr 2023 beträgt zwischen 200 und 300 €. Beachten Sie bei hohen Prämienangaben die Vermarktungsdauer, häufig beträgt die Vermarktungsdauer dann 2 Jahre.

Die THG-Quote kann jedes Jahr neu beantragt werden. Um den Verkauf Ihrer Quote beantragen zu können, müssen Sie Halter des Fahrzeuges sein. Auch muss das Fahrzeug für das Jahr, in dem die Quote beantragt wird, zugelassen sein. Für die Beantragung der Quote benötigen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein).

Sie haben immer bis zum 28.02 des Folgejahres Zeit die Quote für das vergangene Jahr zu beantragen.

Für jedes E-Auto und jeden Ladepunkt können Sie jedes Jahr eine THG-Prämie erhalten. Um die THG-Prämie zu erhalten müssen Sie Ihre THG-Quote über einen Anbieter vermarkten lassen. Dieser Prozess ist notwendig, um die THG-Reduktion zu überwachen und zu bestätigen.

Für Privatpersonen ist die THG-Prämie steuerfrei, da diese keiner Einkunftsart zuzuordnen ist.

Sie sind in einem Unternehmen angestellt und fahren einen Dienstwagen, so steht die beantragte THG-Prämie dem Unternehmen zu. Sind Sie der Halter des Dienstwagens, so liegt ein steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.
Unabhängig davon, wer in dem Fall die Prämie beantragt, gilt die Dienstwagenbesteuerung. Wird die Fahrtenbuchmethode angewandt, greift die Kostendeckelung. So mindert die THG-Prämie die Gesamtkosten des Fahrzeugs und reduziert somit den steuerpflichtigen Nutzungsvorteil aus der Fahrzeugüberlassung.

Gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen, ist die THG-Prämie den Betriebseinnahmen zuzuordnen und somit als Teil des Gewinns steuerpflichtig.

Qulle: Bundesfinanzministerium

Die THG-Quote für Elektroautos und Ladepunktbetreiber soll es noch bis 2030 geben. Dies kann sich natürlich noch ändern.

Einen Überblick über den aktuellen Marktpreis kann man sich auf eQuota verschaffen. Der Quotenpreis in der 3. Kalenderwoche beträgt für das Jahr 2023 – 403€ pro Tonne CO2.

Um die THG-Prämie für e-Scooter oder e-Roller zu erhalten müssen diese über ein amtliches Kennzeichen verfügen. Man kann für den e-Scooter oder e-Roller eine freiwillige amtliche Zulassung beantragen. So erhält man ein normales Nummernschild und die Zulassungsbescheinigungen Teil 1 und 2. Mit diesen Zulassungsbescheinigungen erfüllt man die Vorgaben für die Beantragung der THG-Prämie.

Im Jahr 2022 wurde für eine mit Ökostrom betriebene öffentliche Ladestation eine Prämie von bis zu 35 ct/kWh ausgezahlt. Voraussetzung ist aber, dass diese Ladestation ausschließlich mit selbst erzeugten Ökostrom betrieben und kein Strom aus dem Netz bezogen wird. Es muss sich somit um eine reine Insellösung handeln. Auf die meisten mit der eigenen PV-Anlage versorgten Ladepunkte trifft dies nicht zu.

Quelle: eQuota

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